Aktuelles von der Überseewiese
Am 17. März haben wir die Überseewiese gemeinsam mit dem Landschaftsgärtner Volker Kranz und rund 20 Teilnehmenden genauer in den Blick genommen. Ziel war es, die Fläche gemeinsam zu erkunden und über Qualität, Nutzung und Beschaffenheit der Wiese ins Gespräch zu kommen, um Ideen für ihre zukünftige Gestaltung zu sammeln. Dabei wurde deutlich, wie wichtig dieser Ort schon heute für die Nachbarschaft ist und welches Potenzial in ihm steckt.
Status quo
Die Überseewiese ist eine der wenigen (noch) freien Flächen im Quartier. Heute wird sie ganz unterschiedlich genutzt: zum Spielen, Begegnen, Gärtnern, für Flohmärkte oder einfach für eine Pause im Grünen. Perspektivisch ist eine Teilbebauung als Randbebauung angedacht.
Aktuell pachtet die Gewoba die Überseewiese für die Nachbarschaft. Über mehrere Jahre hinweg war dort eine Quartiersmanagerin tätig, die über Fördermittel der Umweltlotterie und in Kooperation mit der Überseekirche die Nutzung der Fläche koordinierte. In dieser Zeit entstanden gemeinsam mit Nachbar:innen unter anderem das Labyrinth, die Hochbeete, das Volleyballfeld sowie weitere Aufenthaltsorte. Ab Herbst kann die Überseekirche die alleinige Bespielungs- und Nutzungsverantwortung jedoch nicht mehr tragen. Künftig soll diese daher auf mehrere Schultern verteilt werden – idealerweise gemeinsam mit Institutionen aus dem Quartier und engagierten Menschen aus der Nachbarschaft.
Ein abgezäunter Teilbereich der Wiese dient als Außen- und Spielbereich der Kita Portland. Dieser Bereich steht ab dem Nachmittag auch der Nachbarschaft offen.
Auf der restlichen Fläche finden derzeit verschiedene regelmäßige Angebote statt:
Kultur Vor Ort e. V. mit dem Mobilen Atelier (montags 16–18 Uhr)
Sofa e. V. mit Spiel und Bewegung (montags 15–18 Uhr)
Überseekids der Überseekirche (mittwochs 16.30–17.30 Uhr)
Zudem gibt es einen kleinen Foodbereich mit derzeit zwei Foodwägen; ein dritter startet nach Ostern.
Ideen aus der Nachbarschaft
Beim Rundgang kamen viele spannende Gedanken auf:
Die Wiese als Begegnungsort und Bereicherung für den ganzen Stadtteil
Ein Marktplatz als zentraler Treffpunkt für Anwohnende, Arbeitende und Besucher:innen im Quartier
Mehr Sonnenschutz durch trockenresistente Gehölze
Nutzung für Bildungsangebote, z. B. Klassenausflüge aus Walle oder „Kita Kinder gehen raus“
Die Gründung eines Vereins
Impulse von Volker Kranz
Volker Kranz hat verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie mit der Fläche umgegangen werden könnte – je nach zeitlicher Perspektive:
Teilbereiche könnten bereits jetzt gestaltet werden, wenn sie langfristig unbebaut bleiben
Bei längerfristig unklarer Perspektive sind auch temporäre, rückbaubare Lösungen denkbar, die die Aufenthaltsqualität verbessern
Erste Grundstrukturen wie Baumpflanzungen lassen sich schon jetzt anlegen und später in eine dauerhafte Nutzung als Bestand integrieren
Die Wiese kann als verbindendes Element mit anderen Grünflächen im Quartier gedacht werden
Konkrete Ideen für die Gestaltung
Aus dem Austausch entstanden schon erste konkrete Vorschläge:
Die Größe der Wiese macht eine Nutzung mit begrenzten Mitteln aktuell schwierig. Eine Möglichkeit wäre, zunächst kleinere, gut nutzbare Teilbereiche zu schaffen, z. B. für Gärtnern in Hochbeeten
Als möglicher Mittelpunkt wurde der bestehende Pavillon gesehen, der durch seinen Sonnenschutz bereits eine gute Aufenthaltsqualität bietet
Trotz begrenzter Kapazitäten überhaupt anfangen: Schon eine kleine gestaltete Fläche (z. B. etwa fünf Prozent der Gesamtfläche) kann einen spürbaren Unterschied machen und zeigen, was möglich ist
Sitzgelegenheiten in Kombination mit Bepflanzung, die zum Verweilen einladen
Einfache Strukturen zur Raumbildung und Schutz vor Wind und Sonne, z. B. durch Robinienpfähle, Steine und schnell wachsende Begrünung wie Kiwi
Auch das Thema Wasser spielte eine Rolle: Aktuell müssen Pflanzen mit Trinkwasser gegossen werden. Perspektivisch wäre es sinnvoll, einfache Lösungen zu finden, um Regenwasser von Dächern für die Bewässerung nutzbar zu machen und vor Ort versickern zu lassen (im Sinne der Schwammstadt)
Bei der Bepflanzung wurde angeregt, auf standortgerechte und trockenresistente Arten zu setzen, beispielsweise Gründüngungspflanzen sowie Gehölze wie Maulbeere, Feige, Birke, Hopfen, Wein oder Sanddorn
Ausblick und nächste Schritte
Die zentrale Herausforderung bleibt aktuell die unklare zeitliche Perspektive der Fläche. Deshalb ist der erste Schritt, hier mehr Klarheit zu schaffen. Darauf aufbauend könnten Vereinbarungen getroffen und erste Formen einer (Zwischen-)Nutzung entwickelt und umgesetzt werden. Denkbar wäre, in einem klar definierten Bereich zu beginnen, etwa mit Baumpflanzungen, ergänzenden Sitzgelegenheiten und einfachen Strukturen zur Raumgestaltung.
Der Rundgang hat gezeigt: Es gibt viele Ideen und eine interessierte Öffentlichkeit. Jetzt gilt es, darauf aufzubauen und gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen.
Wenn ihr euch beteiligen oder auf dem Laufenden gehalten werden möchtet, meldet euch gerne bei Svenja und Cora aus dem Jetzt Hier-Team!
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